Bevor Sie Ihre neuen Gläser konfigurieren, ist es hilfreich, die genauen Maße Ihres Brillengestells zu kennen. Zwingend nötig ist das nicht — unsere Optiker prüfen sie ohnehin, sobald Ihr Gestell bei uns ankommt —, aber sie zu kennen hilft Ihnen, den richtigen Glastyp zu wählen (zum Beispiel bei einem stark gebogenen oder besonders großen Gestell) und offene Fragen vor der Bestellung zu klären.
Die gute Nachricht: Fast jedes Brillengestell trägt seine Maße bereits eingraviert. Man muss nur wissen, wo man schauen muss.
Wo Sie die Maße Ihres Gestells finden
Öffnen Sie die Bügel Ihrer Brille und schauen Sie auf die Innenseite des Bügels (der Teil, der hinter dem Ohr verläuft) oder auf die Innenseite des Stegs (der Bereich zwischen den beiden Gläsern, über der Nase). Dort finden Sie meist eine Zahlenfolge in diesem Format:
52 □ 18-140
Jede Zahl bedeutet etwas anderes:
Glasbreite (die erste Zahl — z. B. 52)
Die horizontale Breite des Glases in Millimetern, gemessen an der breitesten Stelle. Je größer die Zahl, desto größer das Glas.
Stegweite (die Zahl zwischen dem Symbol □ und dem Bindestrich — z. B. 18)
Der Abstand in Millimetern zwischen den beiden Gläsern, genau dort, wo das Gestell auf der Nase aufliegt. Ein schmaler Steg (14-16mm) sitzt meist höher auf der Nase; ein breiter Steg (20mm+) sitzt tiefer.
Bügellänge (die Zahl nach dem Bindestrich — z. B. 140)
Die Gesamtlänge des Bügels, vom Scharnier bis zur Spitze, in Millimetern. Das Standardmaß liegt meist zwischen 135 und 145mm.
Was, wenn mein Gestell keine eingravierten Zahlen hat?
Das kommt bei manchen Vintage-, handgefertigten oder sehr filigranen Gestellen vor. In diesem Fall können Sie selbst mit einem Lineal messen:
- Glasbreite: Messen Sie ein Glas von Innenkante zu Innenkante an seiner breitesten Stelle.
- Steg: Messen Sie den kürzesten Abstand zwischen den beiden Gläsern.
- Bügel: Messen Sie den kompletten Bügel, vom Scharnier bis zur Spitze (einschließlich des gebogenen Teils hinter dem Ohr).
Millimetergenaue Präzision ist nicht nötig: Eine Abweichung von 1-2mm beeinflusst das Ergebnis nicht. Und falls Sie unsicher sind — unsere Optiker prüfen Ihr Gestell, sobald es bei uns eintrifft, sodass jede kleine Ungenauigkeit vor der Montage Ihrer Gläser korrigiert wird.
Wozu dienen diese Maße in unserem Prozess?
- Um den passenden Glastyp zu wählen: Stark gebogene Gestelle (Sport-, Wrap-Around-Modelle) benötigen eine andere Bearbeitung als ein klassisches, flaches Gestell.
- Um vorab abzuschätzen, ob Ihre Sehstärke gut passt: Bei hohen Sehstärken kann ein Gestell mit großer Glasbreite einen dünneren Brechungsindex benötigen, damit das Glas nicht zu dick ausfällt.
- Um Fragen vor dem Kauf zu klären: Sind Sie unsicher, ob Ihr Gestell mit einer bestimmten Beschichtung kompatibel ist, können unsere Optiker das anhand dieser Maße unverbindlich bestätigen.
Häufige Fragen
Muss ich diese Maße kennen, um meine Gläser zu konfigurieren?
Nein, das ist nicht zwingend nötig. Unser Konfigurator fragt sie nicht ab, um Ihnen ein Angebot zu erstellen — Sie benötigen nur Ihre Sehstärke. Diese Maße sind hilfreich, wenn Sie konkrete Fragen haben oder vor der Bestellung mit unseren Optikern sprechen möchten.
Was passiert, wenn ich mich beim Messen vertue?
Kein Problem. Sobald Ihr Gestell im Labor ankommt, messen unsere Optiker es präzise nach, bevor die Gläser geschliffen werden. Dieser Leitfaden dient nur als erste Orientierung.
Mein Gestell hat gar keine eingravierten Zahlen — ist das ein Problem?
Nein. Das zeigt nur, dass es sich um ein Gestell ohne sichtbare Kennzeichnung handelt (häufig bei handgefertigten oder älteren Modellen). Sie können es selbst mit einem Lineal nach den obigen Schritten messen oder es uns einfach zuschicken — wir messen es kostenlos für Sie.
Beeinflusst das Stegmaß den Preis meiner neuen Gläser?
Nein. Der Preis richtet sich nach Glastyp, Brechungsindex und gewählten Beschichtungen, nicht nach den Maßen Ihres Gestells.